Die Grundsätze der ÖGPPT verpflichten sich zum Wohle und Schutz des Pferdes


Sie stehen im Einklang zur aktuellen Gesetzeslage und im direkten Dialog zur Tierärzteschaft.

Die Kernthemen stellen die:

  • Empirische Erfassung, Darstellung, Bewertung und Koordinierung von physiotherapeutischen Maßnahmen und Anwendungen im präventiven wie auch in Kooperation mit dem Tierarzt rehabilitativen Betreuungsfeld in Bezug auf das Freizeit-, Sport- und Zuchtpferd.
  • Grundlagenforschung für biometrische- und biophysikalische Wirkungsmechanismen am Bewegungsapparat des Pferdes. Trainingstechnologie, Leistungsphysiologie und weitere Themen. 
  • Erfassung, Koordination, Bewertung, Beratung und Vermittlung sowie Träger von Ausbildungsangeboten im akademischen Status für Interessenten in der Funktion als „Österreichischer Dachverband für Pferde Physio- und Manualtherapie“.
  • Beratung/Ausbildung und/oder Zertifizierung von Ausbildungslehrgängen zum Thema: Physikalisch- medizinische Anwendungsformen, alternative und/oder komplementärer Anwendungen und weiterer, auf naturwissenschaftlicher Basis verifizierbarer Anwendungsformen.
  • Die Aus- und Weiterbildung sowie Dialogplattform für Verbandsmitglieder und Institutionen der Pferdewirtschaft und Veterinärmedizin.
  • Aktiver Tierschutz.

Gesetzeslage: In Österreich ist die Untersuchung und Behandlung von Tieren eine ausschließlich den Tierärzten vorbehaltene Tätigkeit. Abgesehen von der Tiermassage (mit Ausnahme der Heilmassagen) darf somit auch die erlernte Pferdephysiotherapie nur in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt (Hilfestellung im Behandlungskontext) angewendet werden.

ÖGPPT geprüfte Pferdephysiotherapeuten arbeiten nur nach Anweisung und ständiger Aufsicht des Tierarztes am kranken und/oder verletzten Tier.

Der/die Pferdephysiotherapeut/in tritt daher nicht als Konkurrenz oder Ersatz zum Tierarzt auf sondern als profunder Hilfesteller.

ÖGPPT geprüfte Pferdephysiotherapeuten stehen dem Veterinärmediziner/Innen am kranken oder verletzten Pferd als fachkundige Hilfesteller und Partner zur Seite und legen so eine weitere Grundlage im Behandlungserfolg.

Deff. der Physiotherapie (algem.):

Physiotherapie (bis 1994 auch: Krankengymnastik) ist eine Anwendungsform, die zum Ziel hat, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers zu erhalten oder wiederherzustellen.

Physiotherapeutische Maßnahmen werden nach ärztlicher Diagnose per Zuweisung verordnet. Der Patient erhält vom Arzt ein Rezept, auf dem die Diagnose, das Heilmittel, Frequenz und Häufigkeit aufgeschrieben sind. Physiotherapeuten dürfen allerdings auch ohne ärztliche Verordnung arbeiten, sofern keine Erkrankungen vorliegen.

Die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Patienten kann durch Krankheit, Unfall, angeborene Störungen oder Fehlverhalten im Alltag beeinträchtigt sein.

Die Anwendung verschiedener aktiver und oder passiver Behandlungsformen kann beim Menschen Schmerzen beseitigen, gesunde (physiologische) Bewegungsabläufe wiederherstellen, unausgewogene Muskelkraftverhältnisse (muskuläre Dysbalancen) ausgleichen und bei Kindern die motorische Entwicklung fördern.

Die Physiotherapie gibt dem Patienten auch Hilfe zur Selbsthilfe mit auf den Weg, aktiv und selbstständig den Heilungsprozess zu unterstützen, fortzuführen und erneuten Problemen vorzubeugen.


Ziele

Die Physiotherapie dient der Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung der Gesundheit.
Schmerzlinderung über die Regulation der Muskelspannung, Beseitigung von Funktionsstörungen, Verbesserung der Beweglichkeit, Muskelaufbau, z.B. bei Rückenbeschwerden, einseitigen Alltagsbelastungen oder Abnutzungserscheinungen.

 
Aktive Unterstützung bei der Wiedererlangung und Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen. Sensomotorik über Optimierung des Zusammenspiels von Sinneswahrnehmungen, Gleichgewicht und Bewegung
Verbesserung der Herz-Kreislaufsystem und Organfunktionen über Ausdauersteigerung und Atemregulation
Erarbeiten von Kompensationsmöglichkeit bei bleibender Behinderung oder Erkrankung
Verbesserung der Lebensqualität in Sport und Alltag

ÖGPPT geprüfte Pferdephysiotherapeuten arbeiten nur nach Anweisung und ständiger Aufsicht des Tierarztes am kranken und/oder verletzten Tier.

Therapeut (altgr.
θεραπευτής [therapeutés]: „der Diener, der Aufwartende, der Wärter, der Pfleger“)