Spezielles zum Thema: ROLLKUR (LDR)...

 
National wie auch International sehr erfolgreiche Dressurreiter sowie deren Schüler und Nachahmer verwenden im Training - und auch auf den Abreitplätzen eine völlig zu recht umstrittene,gänzlich abzulehnende und höchst patho-physiologische Methode, die jeglichem Model von biophysikalisch unbedenklicher Belastung widerspricht – die so genannte Rollkur.

Rollkur (Hyperflexion)

 
Dabei wird der Kopf des Pferdes über längere Zeit hinweg so tief (zwangs-)eingestellt, dass die Nüstern fast die Brustmuskeln berühren (damit ist die Nasenlinie hinter der vom Reiter gewünschten Senkrechten).

 

Bei einer Tagung der FEI im Januar 2006 wurde entschieden, dass dieses Vorgehen nicht mehr als Rollkur, sondern als Hyperflexion (= Überdehnung des Halses) genannt wird.

Unter Dressurreitern ist die Bezeichnung dieser quälerischen Methode auch als "lang, tief und rund“ bekannt. Im Englischen ist daraus die Abkürzung "LDR“ (long, deep, round) geworden.

 

Es ist aber unklar, woher das "lang“ kommen soll, denn der Hals des Pferdes ist aufgerollt und damit eng und kurz.

 

Einem Pferd, das mit extrem aufgerolltem Hals fixiert und auch noch trainiert und so belastet wird, lernt dadurch, dass es keine Möglichkeit hat, sich zu wehren.

Völlig Egal erscheint es für den Tierbesitzer und Verantwortlichen, das diese Zwangsstellung die leistungsphysiologische Grenze des Tieres übersteigt und logisch zu erwartende, belastungsinduzierte und starke Schmerzen am Bewegungsapparat auftreten.

Die ÖGPPT untersucht derzeit empirisch die Wirkungsmechanismen dieser traumatisch wirkenden Vektoren an der Wirbelsäule des Pferdes. 

Die Rollkur-Position zwingt das Pferd auf dramatische Weise zu gehorchen, da es sich nicht aus dem Knebel dieser Position befreien kann.

Ein Pferd, das nicht in einer solchen Zwangsposition ist und sein Gleichgewicht verliert, würde sofort den Kopf nach oben nehmen und sich den Zügelhilfen entziehen.

 

 

Passiert dies bei der Dressurprüfung gibt es Punktabzug. So bleibt nur eine logische, aber höchst fatale Kompensation des Pferdes im Halten der Balance übrig: die Übertragung der enormen Kraftvektoren auf Strukturen des Bewegungsapparates, die eigentlich dafür nicht vorgesehen sind.

Dazu zählen unter anderem die Wirbelsäule direkt aber auch die paravertebralen Halteapparate wie die Bänder der Wirbelsäule und natürlich auch die Muskeln.

 

Der Rücken bleibt durch die Überdehnung starr in der aufgewölbten Position.

Die Muskulatur wird fest, verspannt und dadurch fatal im Stoffwechsel restriktiv negativ beeinflusst. Die Halswirbelsäule wird sehr stark überdehnt und punktueller Druck entsteht auf Flächend der Wirbelkörper an Orten, die dafür nicht vorgesehen sind.

 

 

 

Mikrotraumen und enorme Abnützungen an diesen Strukturen mit begleitenden, sich steigernden und chronifizierten Schmerzen sind nicht die Ausnahme sondern die logische Konsequenz dieses Quälens.

Die Sicht des Pferdes ist ebenso stark eingeschränkt, logischerweise sinkt damit die Orientierung im Raum-Achsengefühl. Gerade für das Fluchttier Pferd bildet der heruntergezogene Kopf mit dem damit verbundenen eingeschränkten Sichtfeld eine nicht akzeptable Belastung.

 

Dass es auch noch zu einer Quetschung der Ohrspeicheldrüse kommen kann, ist schon fast eine lächerliche Nebensächlichkeit.   

 

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Die Pferde stehen physisch aber auch psychisch mit dieser aus medizinischer wie auch biophysikalischer Sicht völlig unverständlichen Art der Trainingsmethodik unter enormer, aber auch traumatischer Belastung mit der Exposition auf Dauerschäden.

 

Besonders Amateurreiter, für die die großen Reitsportler oft als Vorbilder gelten, können durch den Einsatz solcher Trainingsmethoden den Pferden erheblichen Schaden zufügen.

 

 

 

Auf allen Turnieren sollten die Zuschauer insbesondere einen kritischen Blick auf die Abreitplätze werfen. Abwehr- und Schmerzverhalten äußern sich unter anderem durch das Anlegen der Ohren, das Aufreißen des Mauls, Zähneknirschen oder Schweifschlagen. Wird dabei Tierschutzrelevantes entdeckt, wie z.B. das extreme Herunterziehen des Pferdekopfes wie bei der Rollkur, sollte der Zuschauer sich nicht scheuen, sofort vor Ort die Turnierleitung einzuschalten entsprechend für den Tierschutz protestieren.

Die ÖGPPT erklärt dieser Form der Behandlung des Pferdes aus den angeführten medizinischen und ethischen Gründen eine klare Absage!