Über die Pferde- Physiotherapie

Die Anwendung von manuellen Techniken aus dem Bereich der physikalischen Medizin wie zum Beispiel die Massage und geführte Gymnastik, zählen zu den ältesten überlieferten Methoden im Heilwesen. In den letzten 40 Jahren wurde dieses Wissen durch moderne, auf naturwissenschaftlicher Basis stehende Methoden und Verfahren ergänzt und in Anwendungssysteme speziell für die Bedürfnisse am Pferd, geformt.

 

 

Seit nunmehr 40 Jahren werden in Europa diverse Methoden (Massageformen, Bewegungsübungen udgl.) aus dem Humanbereich übernommen und äußerst wirkungsvoll zum Wohle des Tieres (speziell auch beim Pferd) eingesetzt.

Der Bedarf an gesundheitsfördernden Maßnahmen im Pferdesport zur Leistungserhaltung, aber auch zur Rehabilitation steigt stetig und findet bei Pferdebesitzern durch die erzielten Qualitätssteigerungen im täglichen Umgang mit dem Pferd entsprechend auch immer mehr Anerkennung und Wertschätzung.   Bild: Patricia HERZOG, JG 2, ÖGPPT

ÖGPPT geprüfte Pferdephysiotherapeuten arbeiten nur nach Anweisung und ständiger Aufsicht des Tierarztes am kranken und/oder verletzten Tier. ÖGPPT geprüfte Pferdephysiotherapeuten stehen so dem Veterinärmediziner/Innen bei Bedarf als fachkundige Hilfesteller und Partner zur Seite und bieten so eine mögliche, weitere Grundlage im Behandlungserfolg.

Durch eine auf jedes Pferd individuell abgestimmte und am kranken Pferd vom Tierarzt zugewiesene und überwachte Behandlung (Massage, Akupunktmassage, Gymnastizierung, Lymphdrainage, aktive und passive Mobilisation, Aufbautraining, Beritt- und Bewegungstherapie, Entspannungstherapie und Gerätetherapie) wird die Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer erhöht sowie die Zeit der Rekonvaleszenz nach Verletzungen deutlich verkürzt.                                           

 Bild: Maria OSWALD JG 2 ÖGPPT

 

 

 

Die physikalische Therapie  (Massage-Gymnastizierung-Trainingstechnik) durch den/die Pferdephysiotherapeutin- (horse manual practitioner, ÖGPPT) kann so sinnvoll die schulmedizinischen Maßnahmen der Tierärztin, des Tierarztes in der Rehabilitationsphase in Koperation auf ideale Weise ergänzen.

Grundprinzip der Pferde- Physiotherapie ist es, auf möglichst umfassende wie auch schonende Weise die Ursache (n) und nicht nur die Symptome zu betrachten.   Bild: Dr.med.vet. Astrid SCHWARZ und Dr.med.vet Andreas SENDLHOFER

Diese Anwendungsformen ersetzen nicht die profunde Behandlung durch eine Tierärztin oder Tierarzt.

Sie werden begleitend zur ärztlichen Betreuung während der Rehabilitationsphase oder zur Prophylaxe  eingesetzt.

Bild: Grifftechniken aus der klassischen Massage.

 

 

Auch Pferden mit nicht heilbaren (chronischen) Erkrankungen, wie z.B. Arthrose kann durch eine spezielle und vom Tierarzt angewiesene Physiotherapie zu einer spürbaren Linderung der Schmerzen und damit wieder zu einer Freude an der Bewegung verholfen werden.

Pferde, die durch eine Verletzung, einen Unfall oder eine Operation Probleme im Bewegungsablauf haben, werden therapeutisch behandelt, genauso wie Menschen nach Unfällen, Krankheiten und Operationen rehabilitiert werden. Entscheidend dafür ist die Diagnosestellung und Behandlungsbegleitung des Pferdephysiotherapeuten durch den zuständigen Tierarzt. Bild:Gelenksarthrosen

Am Beispiel: Bewegungsmangel

Der Koppelgang begrenzt sich zumeist  auf die Sommermonate.

Im Vergleich:  Ein Mensch, der einen sitzenden Beruf mit wenig Bewegung ausübt, beklagt sich schnell über Bein- und Rückenschmerzen, Verspannungen und über einen entsprechend starken Muskelkater auch bei geringsten Anstrengung.


Ebenso treten diese Beschwerden auch beim Pferd auf. Eine gezielte Kombinationsanwendung (Massage/Gymnastik)kann hier schnelle Abhilfe und eine mögliche Beschwerdefreiheit dem Pferd bieten.


Das Pferd hat sich im Lauf seiner Entwicklung sehr der menschlichen Zivilisation und den damit verbundenen Diensterbringungen anpassen müssen. Die Art und Weise der modernen Pferdehaltung hat mit der einst natürlichen Lebensweise in freier Wildbahn nicht viel gemeinsam.

Egal ob ein Pferd für den Wettkampf oder als Partner in der Freizeit eingesetzt wird, oft steht es durchschnittlich 20 Stunden pro Tag im Stall und wird für 2 Stunden geritten, dazu 2 Stunden Koppelgang. Leistungserbringung erfolgt meistens ohne adäquater Aufwärmung.
Bild: Sabine WIESER. Pferdephysiotherapeutin, JG2

 

Pferde können nicht verbal klagen. Sie können nur durch ihr Verhalten auf ihr  Problem aufmerksam machen.

Diese werden leider oft genug als eine Form des Ungehorsams interpretiert und bestraft. Zumeist ist es keine Frage der Erziehung sondern der Ausdruck von Schmerzen.

 

  

Lernen wir unseren Partner Pferd besser zu verstehen und helfen wir fachlich kompetent, seine Probleme, welche wir zumeist auch verursacht haben, zu bessern!

Bild: Gerhard JURITSCH, Pferdephysiotherapeut, JG1

 

ÖGPPT geprüfte Pferdephysiotherapeuten arbeiten nur nach Anweisung und ständiger Aufsicht des Tierarztes am kranken und/oder verletzten Tier.